Nationalpark Gran Sasso



Der Gran Sasso Nationalpark schützt den zentralen und höchsten Teil des Apennin. Der Park ist reich an spektakulären Landschaftsansichten und interessanten Details und ist mit 1500 km2 Flächeder zweitgrößte Nationalpark Italiens. Im Zentrum des Parks steht das weithin sichtbare Massiv des Gran Sasso d’Italia, dessen Corno Grande (2912 m) zu den schönsten Felsgipfeln Italiens zählen kann. An seiner Nordseite findet man den südlichsten Gletscher Europas, den Calderonegletscher. Vom Gipfel des Corno Grande kann man bei klarer Sicht das ionische und das thyrennische Meer sehen. Zu Füßen des Gran Sasso Massivs befindet sich mit 19 km Länge, 4 km Breite und durchschnittlich 1800 m Höhe die größte Hochebene Italiens, das Campo Imperatore. Campo Imperatore und Gran Sasso Massiv werden auch „Piccolo Tibet“ genannt.

Der Norden des Parks wird von einer zweiten großen Gebirgskette, den etwas niedrigeren Monti della Laga dominiert (höchster Berg mit 2458 m: Monte Gorzano). Während die Gran Sasso Berge aus Kalkstein und Dolomit bestehen, sind die Monti della Laga aus Sandstein und Mergel. Die Gipfel sind deshalb stärker abgerundet und die Täler tief eingeschnitten. Die Monti della Laga warten mit schönen Tälern, Bergwiesen und vielen Bergbächen und Wasserfällen auf.

Zwischen den beiden großen Bergketten liegt der wunderschöne Lago di Campotosto. Aus einem prähistorischen See hatte sich hier das größte Sumpfgebiet Italiens gebildet, bis durch den Bau eines Staudamms der heutige Campotostosee entstand.

Im Nordosten schließen an die Monti della Laga di Dolomitberge der Monti del Sole an. Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten zählen hier die Schluchten des Salinelloflusses, die von Ripe aus erreichbar sind.
Noch im 19. Jahrhundert hatte die Abruzzengemse im Gebiet des Gran Sasso ihr Hauptverbreitungsbebiet. Durch intensive Jagd ausgerottet wurde sie vor einigen Jahren wiedereingeführt und ist nun wieder mit über 50 Exemplaren präsent. Im Park sind außerdem Rothirsch und Reh, Stachelschwein, Dachs, Wildkatze, Iltis, Marder und als größtes Raubtier der Wolf zu Hause. In abgelegenen Bergregionen sind seltene Vögel wie Steinadler, Falken und der Uhu zu finden.

Zum Gebiet des Parks gehören auch sehenswerte Bergdörfer wie Castel del Monte, Pietracamela und Santo Stefano di Sessanio sowie die spektakulär in 1600 m Höhe gelegene Festung von Calascio.


Foto-Gallerie