Nationalpark Casentino


Etwa 50 km östlich von Florenz ist der Apenninrücken von dichten Wäldern bedeckt. Hier entspringt am Monte Falterone der Arno. Im Süden dieses bewaldeten Kammes liegt unterhalb des Monte Penna (1283 m) das Heiligtum La Verna - Ort der legendären Stigmatisierung des Franciscus von Assisi. Im Norden - im Tal von Acquacheta - hat sich einst Dante zurückgezogen und beeindruckt den dortigen Wasserfall besungen. Seit 1993 steht dieser große Wald Italiens als Nationalpark Foreste Casentinesi, Monte Falterone e Campignia unter Schutz. Sein Kernstück, der Wald von Sasso Fratino war aber schon in den 50er Jahren die erste Riserva Integrale Italiens und darf seitdem nur mit Genehmigung zu wissenschaftlichen Zwecken betreten werden.

85% des Nationalparks sind mit Wald bedeckt, wobei Buchen und Weißtannen am häufigsten vorkommen. Die Wälder sind dicht, mit Unterholz bedeckt und enthalten viele alte Bäume. Aber es handelt sich auch nicht um Urwald. Der Wald wurde Jahrhunderte lang vom Menschen genutzt und kultiviert, insbesondere von den Mönchen und Eremiten Camaldolis, San Benedettos und La Vernas. Reich ist auch die Tierwelt des Nationalparks. Wildschweine, Rehe und Hirsche kommen in großer Zahl vor. Es gibt Dachse, Füchse und sogar etwa 30 Wölfe im Park.

Der Casentinowald ist heute von unschätzbarem ökologischen Wert, weil er der weitgehenden Abholzung vergangener Jahrhunderte entging. Den Casentinowald durchwandernd kann man nachempfinden, wie große Teile Italiens und Europas vor Jahrtausenden ausgesehen haben und warum diese Wälder die Menschen dieser Zeit so tief beeindruckt haben.


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